Auferstanden aus Ruinen – das Kremstal rockt!

Das Kremstal liegt zwischen der smaragdglänzenden Wachau und dem allmächtigen Heiligenstein im Kamptal und mündet in die Donau. Verstecken müssen sich die Winzer*innen keinesfalls, das zeigten sie bei einem Open Air Tasting in malerischer Kulisse der Burgruine Senftenberg.
Denn wer hätte zum Beispiel gedacht, dass hier die Ahnen von Norddeutschen aus der Hansestadt Bremen Grünen Veltliner machen. Oder das man bzw. eine Frau schon vor „Erfindung“ der Biodynamie biologisch gearbeitet hat. Dass es hier nicht nur Riesling und Grünen Veltliner gibt, sondern auch Roten Veltliner und Neuburger. Manchmal geht es toiflisch zu, manchmal göttlich und sogar der falstaff Winzer des Jahres kommt aus dem Kremstal. Es gab auf viele Wess-begierige Fragen fachkundige Diskussionen. Kurzum, es gab nichts zu mosern!

Stein auf Stein, Terrasse auf Terrasse.

Hard Rock mit Dr. Maria Heinrich
Der Aufstieg zur Burgruine wurde zu einem kleinen Geologiestudium. Dr. Maria Heinrich zeigte mit Hammer und Humor das von Lavaströmen geschaffene Urgestein, durch die sich heute die Wurzeln der Reben kämpfen. Amphibolit und Paragneis ist der kristalline Unterboden in Senftenberg. Also ein Basalt, der eine metamorphe Umwandlung von poröser Lava zu festem Gestein vollzogen hat. Die Lavawellen sieht man bis heute an manchen Stellen, der Untergrund ist die Grundlage für Mineralität.

Die Crème de la Krems
Mit Blick auf die Waldgrenze und gleichzeitig auch der Grenze zu Tschechien, präsentierten die Weingüter ihre eigene Weingeschichte. Der bio-besagte Geyerhof hatte beispielsweise einen skandalfreien 1985er sowie einen 1981 Veltliner dabei. Die Kulisse passte zur Ehrfurcht für diese Arbeit. So wie Winzerin Ilse Maier selbst, ruhten auch die jüngeren Tropfen bereits in sich. Was für ein Weinsehrgut!


Der Winzer des Jahres heißt Fritz Miesbauer und verantwortet nicht nur das Weingut Stadt Krems sondern auch das vom Stift Göttweig. Somit konnte man sich die Entscheidung gleich doppelt auf der Zunge zergehen lassen – bis in den Jahrgang 2014.


Artur Toifl zeichnet sich seit kurzem gänzlich für das Weingut Thiery-Weber verantwortlich, macht dort neben Veltliner auch Parade-Sauvignon und unter seinem Namen herausragende und außergewöhnliche Weine, wie den Wolferl.

Neben ihm, kein Raw-Wine-Hipster, sondern Martin Moser vom Weingut Hermann Moser, der neben Veltliner auch Riesling macht und aus der Lage Gebling einen beeindruckenden 2012er dabei hatte.


Michael Malat scheut nicht davor den Jahrgängen eine Stimme zu geben. Auch wenn dabei einer noch in der Pubertät steckt.


Weingut Wess hat neben Veltliner auch einen Gemischten Satz am Start und wickelt mit internationalen Journalisten die Möglichkeiten ab wie Reben in Zeiten des Klimawandels zu helfen ist. Als Beleg für die Unterschiedlichen Jahrgänge standen die Jahrgänge 15 und 18 aus der Ried Kögl.


Der Mantlerhof  widmet sich neben dem Grünen auch dem Roten Veltliner, der seine Heimat hauptsächlich im Wagram hat und vor 200 Jahren noch Roter Muskateller genannt wurde. Daher passt auch der Gelbe Muskateller ins Mantlerhofsortiment. Der Faible für fast Vergessenes und Gutes, dass seine Zeit braucht, setzt sich im Anbau von Neuburger wie auch im Weinwerden fort.


Weingut Proidl, mit besagten Bremer Wurzeln, lässt ihre Reben nun von der 9. Generation in Senftenberger Hard Rock spielen. Fette Riesling-Beats kamen aus der 2001er Magnum, aber auch aus einem jüngeren Veltliner Jahrgang, der fast zu einem Eis, Eis, Eiswein Baby geworden wäre.


Den Abschluss fand die Verkostung im Weingut Nigl, die mit der ganzen Familie für eine kulinarische Rundumversorgung am Fuße der Burgruine in Senftenberg sorgen.  Vom heimischen Flussfisch bis zur privaten Magnum GV wurden alle Gaumen erfreut.

Dank und Blumengrüße für diesen Event an die Österreichischen Traditionsweingüter und an Wine + Partners!

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