Traditionsweingüter im Zukunfts-Format

Die diesjährige Tour de Vin wurde zur Tour de Vin virtuell. Und damit zu einer kleinen heimeligen Runde mit je einem Winzer der Österreichischen Traditionsweingüter. Jeder Winzer stellte drei seiner Lieblings-Weine vor, darunter immer einer des neu gefüllten Jahrgangs 2019. Die Reise begann im eigenen Wohnzimmer, ging über in die Weingärten und endete im eigenen Glas.

So öffneten in diesem Jahr 20 Weingüter ihre Wohnzimmertür. Und stellten in einem Gruppenvideochat mit jeweils gut 20 Weinliebhabern ihre Arbeit und die Gebiets- und Ortsweine des Jahrgangs 2019 vor. Es ging – ganz dem Trinkfluss entsprechend – die Donau entlang ins Wagram, Kamptal, Traisental sowie Kremstal.

Eine Auswahl für einen Tourplatz zu treffen viel nicht leicht, auch wenn die Termine auf vier Tage verteilt waren – zu vielversprechend waren Winzer und Weine. Was sich auch nach der Teilnahme an zwei Terminen bestätigen sollte.

Zunächst ging die virtuelle Reise ins Traisental, Österreichs kleinstem Anbaugebiet. Markus Huber erzählte wie die Handschrift eines Winzers in den Wein kommt und warum er trotz historisch bedachter Veltlinerverbreitung im Traisental auch Weißburgunder Wurzeln schlagen lässt. Selbst Geologie-Ikone Dr. Maria Heinrich ließ es sich nehmen bei dieser neuen Verkostungsform dabei zu sein.

Mit einem Klick dann ein Wechsel ins Kamptal. Mr. Spock hätte uns nicht besser dort hin beamen können.


Alwin Jurtschitsch berichtete sehr sympathisch, mit viel Nähe und Leidenschaft, wie er durch seine internationalen Leerjahre zur Achtsamkeit fand, wie sich dadurch die Liebe zum heimischen Terroir und seiner Frau entwickelte und warum weder georgische Amphoren noch Barriques in sein Wein- und Weltbild passen. All diesen persönlichen Entwicklungen verdanken wir so Weine wie Belle Naturelle.


Das gezwungenermaßen neue Format hat Potenzial. Auch wenn man ab und an mal eine echte Inspiration braucht und über das eigene Tal hinausschauen muss, wie Alwin Jurtschisch es am Beispiel seiner Japanreisen erzählte, einen Vorortbesuch und ein Einfühlen in die örtlichen Gegebenheiten ersetzt nichts.
Man ist aber definitv näher am Winzer und seinen Ideen, seiner Philosophie als bei manch einer hektischen Tischverkostung. Die Not wurde zu einer empathischen Vorstellung mit Leidenschaft und des Einfallsreichtum – seitens der Winzer und Wine + Partners. Von diesem Format, und dem fokussierten Verkosten, können Weinpräsentationen auch in Zukunft profitieren.

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