Sekt und Selters – Generation Riesling in Hamburg

Wenn ein „alter“ wilder Hase auf die jungen, wilden Winzer trifft, kann die Champgne einpacken. Und der Schampus im Keller bleiben.

Hamburg im Spätsommer, in Erwartung von Spätburgunder und natürlich Riesling, sowie regionstypischen Rebsorten und ein paar Überraschungen. 35 Grad Restsommerhitze, trocken nicht nur die Kehlen.
Bevor das offizielle Tasting in der Speicherstadt begann, lud das Deutsche Weininstitut zum Talk- & Sekt-Taste mit Gerhard Retter und 7 Winzerinnen und Winzern der Generation Riesling. Bei dieser informativen wie unterhaltsamen Verkostung wurde die Geschmacksbreite von Schaumwein sehr anschaulich präsentiert. Vom leichten, unkomplizierten „Prosecco“ bis hin zur hefigen Cuvée mit den Rebsorten und dem Anspruch der Champagne. Zur Erfrischung und Neutralisierung zum Sekt, klar: Selters – der offizielle Sponsor.



Es waren aber vor allem die Nichtkopien, die Spaß ins Glas brachten und die Vielfalt an Aromatik und Individualität zeigten.
Den Anfang machte das Tanz!Mariechen vom Weingut Mertz aus Rheinhessen. Leicht und überall zu öffnender Trinkspaß mit Schrauber, der auch die Laune schnell hochschraubt.
Hannes Berdoll aus der Pfalz hat sich auf Natural und Orange Wine spezialisiert. Und in nur zwei Jahrgängen wirklich beachtliches in die Flaschen gebracht. Sauber, frisch, aromatisch. Damit kann man Natural Weine nicht nur der Generation Z an den Gaumen legen. Sein Pet Nat aus der Scheurebe ist erfrischend und wohlduftend. Kein Lotter-Wein, sondern Lotta Love.


Auf Startplatz drei ein reinsortiger Riesling-Winzersekt vom Weingut Diefenhardt aus dem Rheingau. Kategorie Großes Gewächs, gewachsen auf Schiefer und Löss, was auch schmeckbar ist. Feine Perlage, filigrane Struktur. Ein feiner Tropfen mit dem höchsten Klassikfaktor.
Von der Nahe folgte ein Pinot Sekt. Das Weingut Emmerich-Koebernik arbeitet mit Spätburgunder und Weißburgunder, ein halber Blanc de Noir sozusagen. Hier wurde es vollmundiger und würziger. Aus Apero wird Speisenbegleiter.



Mit 4 Litern pro Kopf im Jahr bekommen die Deutschen im europäischen Vergleich schon ein Rotköpfchen … Da dürfte das Interesse an geschmacklicher Vielfalt auch gerne mal steigen.

Die spannenden Möglichkeiten, die im Sekt stecken, zeigte Schaumwein Nummer 5. Zwei Brüder vom Mittelrhein (Weingut Philipps-Mühle) blicken nicht nur auf die Loreley, sondern im Keller auf ein 37-monatiges Hefelager ihres Riesling-Sekts.
Zum Vergleich: ein Champagner definiert sich über mindestens 18 Monate. Der Sekt aus Riesling des Jahrgangs 2015 wuchs auf Schiefer und hat neben den rieslingeigenen Reifeanklängen eine vielschichtige Komplexität. Kraftvoll und Ausdrucksstark.
Aus Würtemberg folgte ein Pinot Sekt aus dem Jahrgang 2016. Das Geburtsjahr von Leon Golds Tochter. Nicht nur den Sekt taufte er auf den Namen Ida Marie. Zum Spätburgunder gesellt sich Schwarzriesling, und in der Nase eine feine Aromatik von schwarzer Johannisbeere. Weingut Gold arbeitet biodynamisch. Der roséfarbene Sekt lag zudem 11 Monate im Barrique. Man darf sich auf die weiteren Jahrgäänge und Kinder freuen …


Abschließend spannte nicht nur Gerhard Retter den Bogen zum Champagner. Auch das VDP Weingut Allendorf hat mit ihrem Sekt diesen Anspruch. 50% Riesling, die übrigen 50% Spätburgunder und Chardonnay. 30 Monate Hefelager. Champagneresque!


Ein gebührender Auftakt zur offiziellen Verkostung der 175 Weine von 25 Weingütern aus 9 deutschen Weinbauregionen. Chapeau Generation Riesling!


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